«Mein Raum – meine Wohlfühlzone.»
🎬 Kürzlich auf der Coaching-Weide…
B. kommt zu mir ins Coaching mit mehreren Themen. Im Briefinggespräch kann sie sich schlecht für ein Thema entscheiden und weiss nicht, was «wichtiger» ist – ihr Wunsch nach beruflicher Veränderung, ihr Zweifel an der Beziehung zu ihrem Mann oder ihr Ärger über eine Kollegin.
☝️Irgendwie ist alles gleich wichtig und auch wieder nicht. Die Bestimmung ihres emotionalen Drucks auf einer Bewertungsskala, endet in verschiedenen Dimensionen. Auch wenn mir andere Coaches da widersprechen. Bei mir darf sein, dass die Eingrenzung der gebotenen Themen nicht wichtig ist. Warum? Weil alles miteinander zusammenhängt.
❓Um was geht es wirklich?
B. setzt sich also schon bei der Themendefinition extrem unter Druck. Ich lenke B. ab, indem ich ihre Aufmerksamkeit auf das Pferd lenke. Das um B. zu entspannen und um irgendwie «von einer anderen Seite» ans wirkliche Thema zu gelangen.
Ich lade B. ein, zu meiner Stute zu gehen. Von B. kommt prompt: «Ach, ich will da jetzt gar nicht in das Revier von Ligah eindringen.» Ohh! Ein sehr wichtiger Hinweis!
«Warum nicht?» frage ich. B antwortet: «Ich mag es auch nicht, wenn man mir auf die Pelle rückt.» Und eine Atempause später: «Ich hab Angst sie mag mich nicht.»
❗Drei Hinweise in kürzester Zeit, die alle auf ein ganz bestimmtes Thema hinweisen. Eines das wohl alle drei genannten Probleme aus dem Briefing zusammenfasst! Es geht um den «eigenen Raum», um die Wohlfühlzone und die Angst vor Ablehnung, wenn der eigene Raum in Anspruch genommen wird.
Ich behalte das erstmal für mich, denn meine Stute bietet jetzt eine wirklich eindrückliche Darstellung:
B. geht auf die Weide. Meine Stute läuft schnurstracks auf B. zu und will offensichtlich ganz dringend am Hals gekratzt werden. Sie reckt den Hals vor und kommt B. sehr sehr nah. B. fühlt sich überrumpelt und an den Rand gedrängt. Obwohl sie selbst fast keinen Platz findet, sogar hinter das Seil tritt, versucht sie so gut wie möglich Ligahs Bedürfnis zu befriedigen.
In der Reflexion kommt B. dann von selbst darauf: «Uhjj das mit dem Raum nehmen und mich nicht einnehmen zu lassen, wenn ich das nicht will – das ist ja was, was all meine Themen betrifft.»