«Ich will nicht, dass Du mich bewertest.»
🎬 Kürzlich auf der Coaching-Weide…
U. kommt zu mir, um zu prüfen ob sie einen «Blinden Fleck» hat. Heißt ob sie ein Muster befolgt, welches sie nicht sieht.
Sie beschreibt sich grundsätzlich als kontaktfreudig und spürt dennoch, dass etwas nicht so recht passt. In kürzester Zeit war auf der Coaching-Weide klar, wo dieser blinde Fleck sitzt.
In der Pferdebegegnung mit Ligah, wählt U. sofort einen entfernten Bereich aus und wartet. Wartet ob Ligah zu ihr kommt. Ich spreche sie drauf an. U. meint: «Ich will das Pferd nicht stören und ich will nicht, dass Du mir zusiehst.»
«Aha, warum bist Du dann hier?» frage ich. U. antwortet: «Ja, weil ich ein Coaching will.»
«Und wie soll das gehen, ohne dass ich Dir zusehe?»
❓Um was geht es hier wirklich? Ich fordere U. auf nachzuforschen. Nach einer Weile meint sie verlegen: «Ich will nicht, dass Du mich bewertest.»
❗«Wer sagt, dass ich bewerte?» Wenn ich als Coach bewerten würde, kann ich meinen Job sofort an den Nagel hängen. Das ist schlichtweg ein NO-GO!!!
❓Aber warum hadert U. mit einer vermeintlichen Bewertung, die von mir aus gehen könnte?
Ich stelle eine Vermutung in den Raum: «Vermutlich bist Du selbst Dein größter Kritiker. Du bist gehemmt – aus Angst etwas falsch zu machen. Und genau das führt zu Unklarheit bei Menschen mit denen Du in Kontakt gehst. Sie spüren die Unsicherheit.»
U. wird traurig und wütend zu gleich. Sie fühlt sich unter Druck – von allem – von mir, der Situation und ihrer Fragestellung und warum sie überhaupt hier ist.
🎁 Ich fordere U. auf sich zu fokussieren und die Situation als Geschenk zu betrachten. «Was wäre, wenn Du all das, was Dich jetzt triggert für heute loslassen kannst. Du hast Deinen «Blinden Fleck» entdeckt und weisst, um was es wirklich geht. An dem kannst Du jetzt ganz konkret arbeiten.
💞 U. geht zerknirscht auf Ligah zu. Ligah, die vorher überhaupt kein Interesse gezeigt hatte, bleibt bei U. stehen und lässt sich streicheln. Ligah setzt noch ein Sahnehäubchen auf. Sie stupst U. motivierend an. U. lacht und atmet erleichtert auf: «Ach Mann, wenn man sich nicht immer selbst im Weg stehen würde.»